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1. Tag – 04.09.2021

Nach einer langen Fahrt durch die Nacht ohne besondere Vorkommnisse sind die ersten Teilnehmer*innen und Ausbilder*innen der VDST/BLTV TL1-Praxisprüfung bereits um 04:00 Uhr in Sveta Marina angekommen – Morgenstund hat Gold im Mund!
Zur ersten Eingewöhnung vor Ort wurde um 7 Uhr in dieser kleinen Gruppe ein erster Spaziergang über den Platz, zum Strand und natürlich auch zur Tauchbasis gemacht, in der Hoffnung, wenigstens eine kleine Tasse Kaffee auftreiben zu können.
Gegen 9 Uhr sind noch weitere Ausbilder*innen eingetroffen und zum ersten Mal wurde der geräumige Aufbewahrungs-Container der Tauchbasis mit dem mitgebrachten Tauchequipment bestückt. Dabei wurden auch alte Bekanntschaften wieder erneuert, da zufällig eine Abordnung der Neptuns Taucherfreunde e.V. (Passau/Tittling) vor Ort war. Dem frisch gebackenen TL2 Christoph Anetzberger (Gozo 2021), der diese Gruppe unter anderem begleitete, wurde direkt gratuliert
Nachdem die Ausbilder*innen ihre gut ausgestatteten Zimmer im Apartment – Haus “Gianni” bereits direkt nach der Ankunft beziehen konnten, mussten die übrigen Lehrgangsteilnehmer*innen bis Mittag warten, um die Zimmer in den ebenfalls sehr komfortablen Häusern “Rudi” und “Karolina” belegen zu können. Die anwesenden Teilnehmer*innen nutzten die Zeit, um sich von der langen Fahrt zu erholen und versuchten Kraft für die bevorstehende, taucherisch herausfordernde Vorbereitungs- und Prüfungswoche zu sammeln.
Gegen Nachmittag trafen dann nach und nach weitere TL1-Anwärter*innen am Prüfungsort ein. Hervorheben möchten wir an dieser Stelle unsere vier Gäste aus dem Hohen Norden, die sich unserem Lehrgang angeschlossen haben! Hut ab, dass sie diese lange Anreise auf sich genommen haben. Entsprechend des aktuellen Hygienekonzeptes bei TL-Prüfungen der für alle Teilnehmer*innen, Ausbilder*innen, Begleitpersonen und Basismitarbeiter*innen, wurden erste Corona-Schnelltest durch unseren Landestaucherarzt Andreas “Anderl” Stadler durchgeführt.

Unser bayrischer Sachabteilungsleiter Medizin “Anderl” Stadler bei der Untersuchung aller Nasenhöhlen. (Photo: Patrick Weiß)

Als Ausklang und gleichzeitig Einstimmung auf den nächsten Tag wurde eine Basiseinweisung gemacht. Dabei hat uns Axel Rimpler sowohl die gesamte Kompressortechnik als auch die Basis-Crew – mit der Basisleitung Lorena Karcher – und die Abläufe auf der Basis vorgestellt. Außerdem wurden uns die Aufgaben eines TLvD nahegelegt sowie der Tagesablauf des nächsten Tages besprochen.

Die Gruppe (Photo: Dieter Popel/Sophie Stadler)

Nach der anstrengenden Anreise sowie nach der Fülle an Informationen, klang der Abend in Kleingruppen aus, in denen bereits angeregt der Tauchgang des 1. Ausbildungstages besprochen wurde.

Der 1. Ausbildungstag begann mit einem frühen Eintreffen der Teilnehmer um 8:30 Uhr an der Tauchbasis, um sich mental auf die bevorstehenden ABC Übungen vorbereiten zu können.
Dazu wurde bei leichtem bis mittlerem Wellengang, geschätzte drei Beaufort, eine Stecke von 1000m geschwommen und anschließend beim Apnoetieftauchen der eigene Name in 10m Tiefe auf einer Schreibtafel fast leserlich verewigt.

: Glücklicher Patrick W. (Photo: Manfred Schlüter)

Gruppenfoto vor dem 1000m Streckenschwimmen (Photo: Manfred Schlüter)

Start des 1000m Streckenschwimmen (Photo: Manfred Schlüter)

Schönschreibübung in 10m Tiefe (Rückseite) (Photo: Christoph Baumann)

Im Anschluss hat unser Landesausbildungsleiter Manfred Schlüter noch vor dem Mittagessen die allgemeinen Bewertungskriterien für die Prüfungstauchgänge erörtert.

Nach dem Mittagessen begann dann die Gerätetauchzeit mit dem ersten Vorbereitungstauchgang unter der Prämisse einer Anfängerausbildung. Durch die Referate von Mario Metko und Till Grübler mit den Themen Handzeichen unter Wasser und dem Inhalt des “1. GDL*-Ausbildungstauchgangs” mit diversen Übungen, wurden wir auf den Tauchgang vorbereitet. Nach dem Briefing in den einzelnen Tauchgruppen stürmten dann alles Gruppen sehnsüchtig ins Wasser und absolvierten einen ersten erfolgreichen Tauchgang. Beendet wurde dieser mit einem ausführlichen Nachbriefing einschließlich Bewertungstendenz durch die Ausbilder Axel Rimpler, Dieter Popel (unser BLTV-Präsident), Manfred Schlüter und Klaus Merk.

Till Grübler beim Referat “1. GDL*-Ausbildungstauchgang mit Übungen” (Photo: Manfred Schlüter)

Nach der Berechnung der Atemminutenvolumen des soeben durchgeführten Tauchgangs hat uns Axel die Umkehrdruckberechnung nochmals erläutert. Anschließend wurden wir noch von Christoph Baumann – neben Dennis Geis unserer zweiter TL-3 Anwärter – über das richtige Verhalten an Bord aufgeklärt.

Zum Abschluss des zweiten Tages gab es noch den ersten Abgesang des Ausbildungsteams, vertreten durch Dieter Popel, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben einem ersten Lob aber auch auf die ersten verbesserungswürdige Punkte hingewiesen wurden.
Den ersten Ausbildungstag schlossen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammen mit den Prüfern gemeinsam in geselliger Runde in der berühmt berüchtigten Stamm – Pizzeria ab.

Die Gefährten (Photo: Manfred Schlüter)

Corporate Identity (Photo: Manfred Schlüter)

Verfasst von Patrick Weiß und Markus Härtinger

Montag, 06.07.2021

Montag, Tag zwei der Tauchlehrerprüfung in Sveta Marina, Kroatien. Petrus meint es weiterhin gut mit uns und auch diesen Tag durften wir bei bestem Wetter genießen. Die Nervosität des ersten Tages ist zwar weiterhin erkennbar, aber die Teilnehmer zeigen schon erste Anzeichen von Routine. Mit gewohnter Pünktlichkeit läutete der TLvD (Tauchlehrer vom Dienst) den Tag um 8:45 Uhr mit der aktuellen Wetterlage und der Corona Situation vor Ort ein. Als erster Tauchgang des Tages war ein Tieftauchgang angesagt. Die Details des Tauchgangs, wie geplante Tiefe, Übungen auf Tiefe und durchzuführende Deko-Stopps, wurden uns vom zuständigen TL-Anwärter vorgetragen. Zusätzlich wurden wir umfänglich über die möglichen Gefahren bei Bootstauchgängen hingewiesen. Mit zwei Booten ging es zum Tauchplatz “Felsentor”, einem großen, sehr schön bewachsenen Durchbruch durch einen Felsrücken in rund 38m Tiefe. Der Plan war, mit einem zügigen Freiwasserabstieg zum Durchbruch zu gelangen, hindurchzutauchen und dann auf der anderen Seite auf der Zieltiefe “40m+” ein paar von den Ausbildern vorbereitete Konzentrationsübungen zu absolvieren. Nach der Übung kam dann der “gemütliche” Teil des Tauchgangs, mit der Erkundung eines kleinen Wracks, das erst bei näherer Betrachtung als solches erkennbar war, da es mit dem Bug nach oben liegt und doch schon sehr zerstört ist.

Obwohl die Teilnehmer brauchbare Fähigkeiten im Setzen einer Boje zeigen, darf jeder bei jedem Tauchgang eine Boje schießen, um auch hier die nötige Routine zu erlangen. So auch bei diesem Tauchgang, was aber genaugenommen sehr praktisch war, da man damit die simulierte Deko und den obligatorischen Sicherheitsstopp deutlich einfacher auf der richtigen Tiefe absitzen konnte.
Obwohl wir jeden Tag schon früh am Morgen starten, zeigt sich doch, dass die Zeit insgesamt knapp bemessen ist. Mit den Referaten zu den Übungsinhalten, dem Briefing in den Gruppen, anrödeln, Bootsausfahrt, Tauchgang, Aufräumen, Nachbriefing und dem Führen des Tauchgangsprotokolls verging der Vormittag wie im Fluge.

Tauchgangsprotokoll – Norbert Rehm.jpg

Am Nachmittag stand ein Bootstauchgang zur “Nikolai’s Cavern” an. Die Hauptübung des Tauchgangs war die sogenannte “Fuchs – Jagd”. Die Gruppe wird dabei so aufgeteilt, dass zwei Taucher als Gruppe vornewegtauchen, mit einer zweiten Gruppe in 10 m Abstand hinter ihnen. Aus der hinteren Gruppe nimmt der Übende auf das Zeichen des Ausbilders seinen Atemregler aus dem Mund, taucht zu der vorderen Gruppe und zeigt “Out-of-Air” an und wird darauf hin über den Hauptatemregler des angetippten Gruppenmitglieds mit Luft versorgt. Dies hat bei allen gut geklappt, auch wenn sich beim ein oder anderen die üblichen kleinen Schwierigkeiten beim Wechsel auf den Zweitatemregler gezeigt haben.
Durch eine Gruppe wurde bei diesem Tauchgang sogar ein Seepferdchen gefunden, das sie aber ihrem Ausbilder Manni leider “vorenthalten” haben. Tja, Pluspunkte sammeln mag anscheinend nicht jeder. Einige haben aber zumindest die wirklich große Nacktschneck am Eingang zu Nikolai’s Cavern gefunden. Ein Prachtexemplar!

“Nacktschnecke – Dieter Popel.jpg”

Beim gemeinsamen, sehr leckeren Abendessen wurden dann die großartigen Eindrücke und Erfahrungen des Tages von unseren Nord- und Süddeutschen Teilnehmern leidenschaftlich diskutiert. Damit ging der zweite, wunderbare Ausbildungstag mit Übungstauchgängen in gemütlicher Runde zu Ende.

“Abendessen – Manfred Schlüter.jpg”

Die nachfolgenden Unterwasser Bilder zeigen eine kleine Auswahl, was es in den Gewässern vor Sveta Marina zu sehen gibt. Sie wurden außerhalb der Tauchlehrer Praxis Woche durch Till Grübler, einem der Teilnehmer, aufgenommen.

“Unterwasser 1 – Till Grübler.jpg”

“Unterwasser 2 – Till Grübler.jpg”

Norbert Rehm

Dienstag, 7.9.2021

Der dritte Tauchtag führte die 11 tapferen TL1 – Anwärter zunächst erneut zum Felsentor. Hier sollte die Übung “Aufstieg ohne Flossenbenutzung” aus 40m Tiefe bis 25m und anschließend bis 10m absolviert werden. Nachdem die Herausforderungen der Übung im morgendlichen Referat bereits detailliert vorgestellt wurden, konnte die Übung – trotz einer gewissen, strömungsbedingten Anziehungskraft des Blauwassers – auch von den meisten Teilnehmern zur Zufriedenheit der Prüfer gemeistert werden.
Nach der Mittagspause stand dann die “Demonstration der Rettung eines verunfallten Gerätetauchers” am Tauchplatz “Babino” auf dem Programm.
Nachdem der jeweilige Ausbilder die Übung einmal mit Ausbildungscharakter demonstrierte, durften die Teilnehmer die gezeigte Technik anschließend selbst anwenden. Danach übernahm der Ausbilder und führte die Teilnehmer für einige Minuten durch die topographisch ansprechende Unterwasserlandschaft. Die Teilnehmer sollten sich den Weg einprägen, um später den Weg ohne technische Hilfsmittel zurück zum Boot zu finden. Dies gelang glücklicherweise allen dank echter Teamarbeit. Unterwegs gab sogar noch große Seespinnen zu sehen.

Seespinne (Foto Dieter Popel)

Der Sonne entgegen (Foto Dieter Popel)

Nach dem obligatorischen Boje-Schießen zum Tauchgangsende waren alle wieder gesund und munter an Bord angekommen.

Rückweg Babino (Foto M. Schlüter)

Rückweg Babino 2 (Foto M. Schlüter)

Rückweg Babino 3 (Foto M. Schlüter)

Zum abendlichen “Abgesang” der Prüfercrew wurde die gesamte Gruppe noch für ihre Pünktlichkeit gelobt. Dieses Lob war Balsam für die Teilnehmer-Seelen, war Zeit in den letzten drei Tagen doch zu einem kostbaren und knappen Gut geworden.
Nachdem alles Tauchgerödel dann ordentlich für die Nacht verstaut war, lag das wohlverdiente gemeinsame Abendessen nur noch einen Corona-Schnelltest entfernt. Auch diese “Hürde” wurde von allen gemeistert, so dass wir den Abend entspannt bei Pizza und Kaltgetränken ausklingen lassen konnten.

Verfasserin: Kristin Walther, Lufthansa Sportverein Hamburg e. V., Sparte Tauchen

Mittwoch, der 8. September 2021

Tag 4 der Tauchlehrerprüfung in Sv. Marina, Kroatien.
Mit strahlend blauem Himmel und bestem Sonnenschein startete der Tauchmarathon. Für den heutigen Tag standen 3 Tauchgänge an. Wir starteten am Morgen mit dem letzten Vorbereitungstauchgang, um die Orientierung mit technischem Gerät vorzuführen. Dies funktionierte bei allen Gruppen mit einem zielführenden Ergebnis. Eine Gruppe hatte hier das auch gleich die Erfahrung machen dürfen, wie es ist, wenn Bootsführer die Taucherflagge nicht beachten. Obwohl der Abstand zum Boot, das direkt oben drüber fuhr ausreichen war, war es doch ein mulmiges Gefühl.
Zum Schmunzeln war bei diesem Tauchgang, dass es auch Ausrüstungsgegenstände gibt, die ein Eigenleben entwickeln.

Am Nachmittag stand der erste Prüfungstauchgang an. Hier durften wir unter Beweis stellen, wie gut wir die Erfahrungen der Vorbereitungen verarbeitet haben. Dank der guten Vorbereitung bekamen alle hier ihren “Daumen nach oben”, so dass dieser Tauchgang erfolgreich absolviert wurde.

Man konnte spüren, dass die Anspannung nun ihren Zenit überschritten hatte und nun bei den meisten etwas nachließ und sich eine gewisse Routine eingestellt hat.

Vor Allem hatten wir nun endlich verinnerlicht, was unseren Sport ausmacht. Die Faszination der Unterwasserwelt und wie man sie sicher genießen kann.
Leider konnten wir nicht alle Ausbilder zufriedenstellen, so dass immer noch die Präsentation eines Seepferdchens bei der Prüfungsleitung aussteht.

Am Abend stand ein Nachttauchgang an der “Right Wall” an. Dieser wurde nach gründlicher Einweisung durch den Referenten und dem anschließenden Briefing in den Gruppen zur Zufriedenheit Aller Mittauchenden beendet.
Ein TL3 Anwärter konnte sich nach den heutigen Tauchgängen auch über seinen 555. Tauchgang freuen.

Nach diesen drei Tauchgängen war es aber nun für diesen Tag genug und wir waren froh, dass wir uns endlich wieder aufwärmen konnten.
Leider fiel aufgrund der Tauchgänge auch das große Gemeinsame Abendessen aus.
Daher gab es zum Abendessen Selbstverpflegung.
Obwohl die Wassertemperatur hier noch um die 19°C liegt, kühl

Da es am Donnerstag an das Wrack der Lina gehen sollte, wärmte uns auch ein wenig die Vorfreude eines schönen Wracktauchgangs.

Wie dieser Tauchgang verlief und welche Erfahrungen hier gesammelt werden konnten, ist im nächsten Block zu lesen.

Text : Lars Utermöhle
Bilder: Marco Niebur

BLTV TL1 Praxisprüfung Sv Marina, Labin, Donnerstag, 09.09.2021,

Tag 5 der Tauchlehrerprüfung. Nach einem Tauch-Marathon-Tag, startet die Gruppe zwar ausgehungert, doch dennoch hoch motiviert in den zweiten Prüfungstag. Alle waren, wie mittlerweile üblich, bereits um 08:30 Uhr gut gelaunt an der Tauchbasis. Auf dem Programm für heute steht eine kleine Besonderheit, ein Wracktauchgang an der Lina. Nach den einleitenden Worten unserer TLvD Kristin und den einleitenden Worten der Ausbilder, folgte die Vorstellung des Tauchgangs durch Lars. Dann hieß es den Tauchgang in den Gruppen planen, Gerät aufbauen und ab auf die Boote.
Noch 50 min Bootsfahrt trennen uns von dem bekannten Wrack. Marco hielt noch im Hafen auf Boot 1 den Vortrag zur Beaufort-Skala und bekam selbst von nahliegenden Boot 2 Applaus. Während der Fahrt konnten sich dann die Teilnehmer des Bootes 2 über den strukturierten Vortrag von Lars bezüglich der Windstärken freuen. Damit die lange Fahrt nicht zu langweilig wird, durfte ich dann noch spontan einen kleinen Vortrag zum Aufbaukurs Gruppenführung halten, einem der Kurse, die wir dann nach unserer bestandenen Prüfung unterrichten dürfen.
Am Wrack der Lina angekommen trafen wir die letzten Vorbereitungen und die Vorfreude stiegt deutlich im Moment des Anlegens an der Boje. Wenige Minuten später geht es für die einzelnen Gruppen ab in die Tiefe, um dieses beeindruckende Wrack zu betauchen.
Nachmittags dann der zweite Tauchgang des Tages, unser 4. Prüfungstauchgang. Diesmal geht es an die “Left Wall”, einer wirklich schönen Steilwand nach einer flachen Sandmulde, östlich der Tauchbasis, an der wir bisher noch nicht getaucht sind. Ziel des Tauchgangs ist die Rettung eines verunfallten Gerätetauchers. Lehrbuchmäßig geübt hatten wir das ganze schon einmal vor ein paar Tagen. Nur heute machen wir es anders. Jeder soll sich von ca. 2 Meter über Grund ohne Körperspannung absinken lassen. Die Rettung erfolgt dann aus der Position, in der der “Verunfallte” zu liegen kommt. Die Übung lief dank der Vorbereitung gut ab. Damit haben wir alle anstehenden Tauchgänge des heutigen Tags erfolgreich abgeschlossen. Jetzt nur noch Nachbesprechen, Protokolle schreiben, Blog schreiben usw. Unser wohlverdientes Abendessen rückt in greifbare Nähe.
Und spontan noch “schockierende” Nachrichten: Unser beliebter Ausbilder Dieter wurde in seiner Unterkunft von einem ausgewachsenen Skorpion heimgesucht. Die Nachricht verbreitete sich rasant dank unserer Chat – Gruppe. Als Präsident des BLTV meisterte Dieter die Situation äußerst souverän und fängt das Tier mit einem Glas ein. Gefahr gebannt.
In diesem Sinne wächst die Vorfreude auf den letzten Prüfungstag und wir sind alle gespannt auf die finalen Ergebnisse.

Text: Christian Röhl

BLTV TL1 Praxisprüfung Sv Marina, Labin, letzter Tauchtag – Freitag 10.09.2021

An diesem letzten Tauchtag biegen die TL1 Anwärter*innen auf die Zielgerade ein, es stehen die letzten beiden Tauchgänge Nummer 11 und 12 auf dem Programm. Im morgendlichen Update bezüglich Wetter, Coronalage und Neuigkeiten aus dem Ausbilderteam verspricht uns Mario Metko als zuständiger TLvD sonnige Aussichten. Viele der Anwärter dürften das nicht nur auf das heutige Wetter beziehen, sondern auch hoffen, dass das auf das Bestehen der Prüfung zutrifft. Nach einem Kurzreferat von Eva Geis zu den Herausforderungen des “Aufstiegs ohne Flossenbenutzung” geht es in die einzelnen Tauchgruppen und der erste Tauchgang wird im Detail gebrieft.

Danach fahren wir mit unseren zwei Booten an den Tauchplatz “Felsentor” und können in den Teams beweisen, wie gut unsere Tarierfähigkeiten auch ohne zu Hilfenahme der Flossen sind. Die Übung wird häufig sehr professionell, vereinzelt auch mit kleineren Korrekturen, aber vor allem immer unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich von jeder Gruppe beendet. Weil danach noch Zeit und Luft übrig ist, können wir den Tauchgang mit Sightseeing im 10 m Bereich ausklingen lassen. Hier konnte dann auch unserem Ausbilder Manni Schlüter endlich das von ihm lange ersehnte Seepferdchen gezeigt werden, was dann von allen Gruppen noch mal genau in Augenschein genommen wird. Da Manni am Nachmittag mit organisatorischen Aufgaben beschäftigt ist und dieser Tauchgang somit sein letzter in dieser Ausbildungswoche war, kam das wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt.

Nach dem Mittagessen hält Patrick Weiß das Referat zum zweiten Tauchgang. Bei diesem letzten Ausbildungstauchgang, werden verschiedene Übungen mit einem GDL*-Taucher simuliert. Dazu gehören zum Beispiel der Bleicheck an der Wasseroberfläche sowie das Ausblasen der Maske und das Herausnehmen des Atemreglers unter Wasser. Zur praktischen Durchführung fahren wir an den Tauchplatz “Babino”. Nach dem Sprung ins Wasser folgen u.a. erst mal der Test des Wasser-Nase-Reflexes, bevor wir uns eine geeignete, unbewachsene Sandfläche suchen, auf der die restlichen Übungen durchgeführt werden können. Auch hier kann anschließend noch etwas “Sightseeing” angehängt werden. Erwähnenswert ist hier die Vielzahl an Seespinnen, die hier in den Felsnischen vorkommen. Nach der erfolgreichen Beendigung des letzten Tauchgangs dieser Ausbildungswoche strahlen viele Gesichter bei den TL1 Kandidaten mit der Sonne am Nachmittag schon mal um die Wette.

Nach der Rückkehr in den Hafen erfolgt dann der traditionelle Freudensprung aller Teilnehmer und Ausbilder von der Hafenmauer der Marina und danach beginnt leider schon das große Packen, um nach einem weiteren Coronaschnelltest durch unseren Arzt Anderl Stadler dann auch für den feierlichen Abschluss und das Abschiedsabendessen bereit zu sein.

Um 20:00 Uhr treffen sich dann die erfolgreichen Teilnehmer und Ausbilder wie gewohnt zum Abendessen in der Pizzeria “Marino”. Nach dem Hunger und Durst gestillt sind, beginnt Manni mit der Verleihung der heiß ersehnten TL1 Lizenzen. Alle 11 Teilnehmer haben bestanden und freuen sich, ihre VDST – Taschen mit samt Tauchlehrerurkunde entgegen nehmen zu können. An dieser Stelle sei im Namen aller Teilnehmer noch mal dem gesamten Ausbilderteam – namentlich ganz besonders Manfred Schlüter – für die vielen hilfreichen Hinweise, die gute Organisation und ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Der Dank gehört aber auch dem Team der Tauchbasis Scuba Center in Sveta Marina, die mit ihrem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf der Prüfung wesentlich beigetragen haben. Bis zur TL2 Prüfung, vielleicht trifft man sicher wieder ;-) …

Text und Bilder: Till Grübler

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Die nächste BLTV TL1 Praxisausbildung findet im Zeitraum 24.06.2022 – 03.07.2022 wieder in Sv. Marina, Kroatien statt. Das ganze Ausbilderteam des BLTV freut sich schon jetzt auf Euch, die ihr eure erste Tauchlehrer – Stufe anstrebt.

Klaus Merk, stellv. Landesausbildungsleiter BLTV

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Tauchlehrerausbildung goes home-schooling

Klar, Meetings, Schulungen, Sportworkouts und selbst Konzerte online zu verfolgen, ist in der aktuellen COVID19-Situation längst normal geworden. Wieso also nicht das gleiche Konzept für die Theorieausbildung der aktuellen TL-Anwärter übernehmen? Schließlich hat man im BLTV bereits gute Erfahrungen auf dem Gebiet, dank der letztjährigen TrC-Ausbildung.

Freitag 16.04., 19:00 Uhr. Endlich ist es so weit. Alle treffen sich in ihren Klassenräumen und fiebern dem Start des Unterrichts entgegen. Etwas geschwätzt muss natürlich auch werden, denn man sieht das eine oder andere bekannte Gesicht unter den Teilnehmern und Ausbildern wieder. Auch zwischen den Vereinen kennt man sich bereits aus dem TrC – Lehrgang, diversen Spezial – und Aufbaukursen oder auch dem TL*- Unterricht. Die Freude auf die Anderen und die Neugierde auf den Unterricht ist durch die “neue” Situation vor der eigenen Webcam absolut nicht getrübt. Gefühlt sogar etwas besser, da jeder heutzutage seine Wohlfühlzone schätzen gelernt hat. So lässt es sich auch prima und mit voller Aufmerksamkeit Axels ersten Vortrag des Abends folgen. Zur Einstimmung auf ein sehr lehrreiches und informatives Wochenende dürfen wir TL2-Anwärter den aktuellen Tauchunfallzahlen und deren Ursachen aus der Unfallforschung lauschen. Gut, dass es danach mit einem leichteren Thema “Tauchtechnik und die aktuellen Ausrüstungsempfehlungen” weitergeht. Im zweiten virtuellen Klassenzimmer verstand sich Manni darauf, den TL1ern die ersten Grundlagen der “Anfängerausbildung im Freiwasser” zu vermitteln.
Aber, was wäre der erste Abend ohne gemütliche Gespräche nach Unterrichtsende? So sitzen wir TL2-Anwärter und auch der eine oder andere zukünftige TL3 noch geraume Zeit zusammen. Bei allen merkt man die Freude, dass es doch noch mit dem Seminar geklappt hat, auch wenn das mit dem “Online” nur bedingt ein physisches Treffen ersetzen kann. Dennoch, wir lassen uns den Spaß nicht nehmen, schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen und bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand.

Samstagmorgen, ordentlich erzogen, wie wir alle sind, legen wir pünktlich um 08:00 Uhr mit den ersten Vorträgen los. Fast pünktlich, zuvor muss die eine oder andere “Feststellung” korrigiert werden. “…der BLTV manipuliert seine Ausbilder.”, hört man aus der Runde. Lachend stellt Axel Rimpler die gewagte These richtig: “Nur der Herr Schlüter manni-puliert!” (angelehnt an das Motto des vergangenen TrC-Lehrgangs von 18/19). Nach einem Blick in die Runde fährt Axel fort: “Ich sehe, einige von euch sitzen im Dachgeschoss. Ich hoffe, ihr habt den Aufzug nicht benutzt.” Bei diesem Seitenhieb auf die früheren Zeiten im Hotel Kamin, kann sich keiner ein Schmunzeln verkneifen. Natürlich ist uns allen klar, dass wir hier im Rahmen einer Sportweiterbildung zusammensitzen.
Im TL1-Klassenzimmer werden die Anwärter währenddessen von hohem Besuch begrüßt. Uwe Hoffmann, Präsident des VDST, stieg spontan mit in die Runde ein und wünschte uns viel Glück, sowie ein gutes Durchhaltevermögen in dieser besonderen Ausbildung. Nach kurzen Glückwünschen für das heutige Geburtstagskind Kathi begann bei den TL1ern auch schon der Unterricht. Von Dieter Popel wurden wir alle auf den neusten Stand der VDST-konformen-Ausrüstungskonfiguration gebracht.

Begrüßung durch unseren VDST-Präsidenten Uwe Hoffmann

Für die TL2er startete Dennis mit dem Thema “Dekompressionsmodelle und Tauchgangsplanung”. Allein schon die kompetente Umsetzung des umfangreichen Themas müssen wir lobend anerkennen, dazu noch so früh am Morgen. Mittlerweile ist es kurz nach 08:00 Uhr. Und spätestens mit der Anmerkung “magere Ziegen reagieren deutlich unempfindlicher auf Dekompression wie adipöse”, hat er uns alle wieder bei der Materie. Bevor nun jemand diese Aussage in den falschen Hals bekommt. Es geht im Zusammenhang um eine Versuchsreihe der US Navy und nicht um Taucherinnen. Als wir auf die Pyle-Stopps und ihre Entstehung eingehen, wird auch wieder die kreative Ader im einen oder anderen von uns wach und mancher überlegt sich, ob er in Zukunft wirklich einen Fisch zum Punktieren dabeihaben sollte. Weitere Gedankengänge in Hinblick auf Meerjungfrauen lassen wir unkommentiert im Raum stehen ;o)

Nach einer kurzen Pause besuchen die TL2er die 1er in ihrem Klassenzimmer und es wurde nochmal ein gemeinsames Geburtstagsständchen gesungen. Dieter Popels Vortrag “Rechtssituation des Tauchausbilders, Versicherungen und Causa Tauchtechnik” ist wie gewohnt lebensnah und mit aktuellen Fällen garniert, da fällt es einem schwer, nicht der Materie zu folgen. Definitiv faszinierend ist hier die große Diskussionbereitschaft der Teilnehmer und auch die Erkenntnis, dass das Thema augenscheinlich viel zu wenig Zeit in der Ausbildung bekommt. Wer weiß, vielleicht entsteht hier und jetzt die Idee für einen größer angelegten Lehrgang, vielleicht einem “SK Recht”? Zumindest bei den aktuellen TL1- und TL2-Anwärtern ist die Motivation auf jeden Fall vorhanden.

Rechtsunterricht durch unseren “Rechtslehrer” Dieter Popel

Im weiteren Verlauf des Nachmittages schwört Manni seine angehend TL2er auf die Sozialkompetenzen eines Tauchausbilders ein. Man freut sich, anscheinend ist vieles für einen schon selbstverständlich geworden und wird teils unterbewusst schon gelebt. Intuition und Empathie gehören eben zu unserem “Job” dazu. Aber neben den Soft Skills gibt es selbstverständlich auch harte und konkrete Fakten. So werden wir in die aktuellen Sicherheitsstandards eingewiesen und bezüglich der Neuerungen aufgeschlaut.

Stichwort “aufschlauen”, Klaus Merk führt uns im weiteren Verlauf in die SK-Theorie “Strömungstauchen” ein, ein Bereich, den viele von uns bereits jetzt leben und lieben. Und ja, wir sind erstaunt, wie viel oder wie wenig man hier erzählen kann, je nachdem welchen Foliensatz man sich anschaut. Unsere einstimmige Meinung fällt jedenfalls auf den Ausführlicheren, der jedem von uns noch neues Wissen mitgeben konnte. Auch die TL1er bekommen das “Know-how” für einige Spezialkurse (u.a. Orientierung) und für den NITROX* von Klaus Merk erzählt. Neben den Kursen steht auch noch Knotenkunde auf dem Programm. Begeistert sitzt (fast) jeder mit einem Seil vor seinem Computer und versucht sich an einem Palstek. Dabei nutzt fast jeder eine andere Technik.
Wo wir schon bei Computer sind, einen “Tauchcomputer Workshop” von Axel gab es am Wochenende für beide Gruppen noch kostenlos obendrauf.
Nein, lieber Leser, wir sind mit dem Samstag noch nicht durch. Aber, wir sind auf einem guten Weg. Christophs Einblick in den “AK Tauchsicherheit und Rettung”, einem der spannendsten und aufwendigsten Kurse, ist extrem lebensnah und praxisorientiert. Nicht verwunderlich, dass wir alle sehr begeistert mitdiskutieren und der “Vortrag” zu einem lebendigen Austausch wird. Leider haben wir dabei völlig die Zeit vergessen und Christoph musste gegen Ende massiv Gas geben, um nicht zu überziehen, besser, nicht noch mehr zu überziehen. Zum Glück hat Manni ein Einsehen mit uns und verschiebt den letzten Vortrag des Tages. Wieso eigentlich? Es war doch erst 20:30 Uhr ;o)

Nein, wir sind nun nicht alle brav ins Bett. Es wäre doch keine gute TL-Theorie, wenn man abends nicht noch zusammensitzt und die eine oder andere Geschichte erzählt, jetzt in der großen Runde, gemeinsam mit unseren TL1-Anwärtern. Durch unser virtuelles Umfeld, blieb leider das von Tisch zu Tisch gehen oder das gemeinsame Abhängen an der Bar aus. Dennoch haben wir es auch hier geschafft, etwas wie ein Wir-Gefühl zu schaffen und die Vorfreude zu schüren, sich irgendwann an einem See oder wo auch immer persönlich zu treffen, sobald das alles guten Gewissens wieder machbar ist. Eines hat sich jedenfalls nicht geändert, egal ob im gleichen Raum oder im gleichen virtuellen Raum, die “Härtesten” haben sich, wie sollte es auch anders sein, völlig verquatscht und sind bis 01:30 Uhr am “Tisch” versumpft.

Auch am Sonntag starten wir wieder pünktlich und nur leicht derangiert in den letzten Tag. Axel setzt bei den TL2ern sein Thema Ausrüstung fort und stellte aktuelle Trends vor. Diese wurden und lebhaft diskutiert. Alles unter dem besonderen Gesichtspunkt, wie man mit Trends im Bereich des Tauchens umgeht. Eine Erwähnung hat hier definitiv das Sidemounttauchen verdient. Vor einigen Jahren noch als reine Modeerscheinung unter Sporttauchern abgetan und belächelt, scheint das hässliche Entlein langsam zum Schwan zu werden. Da mittlerweile in der Tauchercommunity etabliert, werden Vor- und Nachteile der großen Stilrichtungen zwischen Side- und Backmountern leidenschaftlich und auf Augenhöhe diskutiert. Auch wie man Monkey-Style-Taucher in der fortgeschrittenen Ausbildung von Sporttauchern betrachten soll, ist ein Punkt, schließlich gibt es immer mehr Kandidaten im ** und ***-Segment, die ihre Ausbildung gerne in Sidemountkonfiguration durchführen würden. Ein reger Erfahrungs- und Meinungsaustausch, wie man mit der Situation umgehen kann, ist hier in der TL2-Anwärter Runde automatisch gewachsen. Nicht verwunderlich, da auch unter uns der eine oder andere ist, der seine Flaschen lieber an der Seite trägt, statt am Rücken. Währenddessen gab es bei den TL1ern das Beste Thema für einen Sonntag-Morgen: Tauchphysik! Von Dennis wurde das doch eher trockene Thema jedoch lebendig, mit vielen anschaulichen Versuchen rübergebracht.
Auch der darauffolgende Unterricht (die Fortsetzung der Freiwasserausbildung) wurde von dem TL3-Anwärter Christoph uns motivierend nähergebracht.
Eines der weiteren Tageshighlights der TL2s sind Christophs Bilder zu einem Sauerstoffbooster-Unfall, der in seinem eigenen Bekanntenkreis vor einigen Jahren passierte. Hier kann man klar erkennen, warum die Empfehlungen bei der Arbeit mit Sauerstoff zu Metallschläuchen gehen. Ein vom Hersteller und Händler als sauerstoffrein verkaufter Schlauch war hier explodiert. Glücklicher Weise, hat niemand bleibende Schäden davongetragen. Die für uns große Erkenntnis ist, die Hilflosigkeit für uns als Nutzer, wenn doch mal was schief geht. Denn die Schuldfrage wurde, im hier geschilderten Fall, im Dreieck zwischen Nutzer, Hersteller und Händler hin und her gespielt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Nutzer ein erfahrener Gasmischer ist, der auch die nötige Sorgfalt und Sachkenntnis in diesem Bereich hat. Dennoch, uns als Nutzer bleibt am Ende nur das schlichte Vertrauen in unseren Händler und den Hersteller des Schlauches. Wir können im Vorfeld nicht sagen, ob der Schlauch wirklich das hält, was er halten soll. In diesem Fall konnte nachgewiesen werden, dass der Schlauch bereits produktionsseitig verunreinigt war, was zuvor keiner erkennen konnte. Unser eigenes Fazit ist, dass jeder, der sich in den Bereich des Gasmischens wagt, eine entsprechende Ausbildung und Versicherung haben sollte.

Nach solch ernsten Themen geht es für uns mit Manni und seiner sehr motivierenden und leidenschaftlichen “Rede” weiter, wie wir angehende TL1-Anwärter erkennen, betreuen und motivieren können. Schließlich ist es eine unserer zukünftigen Aufgaben junges Blut in den Ausbilderkreislauf zu spülen. Ein Appell, der uns allen sehr bewusst ist und am Herzen liegt. Wäre schade, wenn die Qualität und der Zusammenhalt, die wir im BLTV leben und erleben, durch fehlenden Nachwuchs zum Erliegen kommen. Schlimmer, nur noch alte TLs am Krückstock unseren Nachwuchs betreuen oder unser Sport gar zum “alte Leute Sport” mutiert. Kurz um, wir haben hier den offiziellen Befehl unseres Landesausbildungsleiters, unsere Trainer C zu motivieren oder, wie man auch so schön sagt, zu “manni-pulieren” ;o) Bei uns hat es doch auch früher oder später geklappt. Ok, vielleicht musste auch der/die eine oder andere erst noch etwas lagern und reifen. Es scheint, als sei es mit Ausbildern wie mit gutem Wein, die Zeit macht ihn noch besser.

ein gut aufgelegter Landesausbildungsleiter(Foto: Klaus Merk)

Da wir hier gerade von Weiterentwicklung sprechen, von Klaus Cepl durften wir Tiefergehendes zum Thema Unterschiede in der DTSA, ähm, GDL *, **, ***-Ausbildung und rund um die Spezialkurse erfahren. Besonders konnte uns Klaus, aus seiner Warte als langjähriger TL4, sehr spannende Einblicke in die Entwicklung und Entstehung von SKs und deren Gremien dahinter vermitteln.

Zu guter Letzt sitzen wir alle in einem offenen Resümee zwischen Teilnehmern und Referenten, wie wir jeweils den Lehrgang erlebt haben. Definitiv positiv zu erwähnen ist die hohe technische Qualität, die Kompetenz der Referenten und auch die der Teilnehmer, alles Punkte, die die Veranstaltung erst lebendig, informativ und kurzweilig gemacht haben. Oft war nicht einmal das digitale Umfeld zu spüren und die eventuellen Befürchtungen, die damit einhergehen. Sprich, einseitige Beschallung durch die Referenten, zu großer Abstand und kein Wir-Gefühl. Im Gegenteil, es gab sehr viel Raum für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Vielleicht sogar etwas großzügiger, als wenn wir alle in einem Raum gewesen wären. Und klar, man hätte sich sicherlich gerne “real” gesehen, aber vergessen wir auch nicht die positiven Aspekte. In Präsenz wäre so eine Veranstaltung in unserer jetzigen Zeit leider nicht durchführbar gewesen. Auch konnten wir uns die teils langen Reisestrecken sparen und waren grundsätzlich gefühlt fitter, der berüchtigte Mief im Seminarraum fiel auch weg, im Gegenteil, jeder konnte sich sein eigenes, perfektes Seminarklima schaffen, um nur einige der Pluspunkte zu nennen. Wir sind jedenfalls schon jetzt gespannt, wie sich das digitale Lernen, egal in welcher Art, im VDST weiterentwickelt. Eins ist jedenfalls sicher, hier schlummert ein riesiges Potenzial.

Einziges, abschließendes großes Manko war/ist die unklare Situation, wie wir mit dem Lehrgang weitermachen können. Präsenztermine wie Medizin- und/oder Theorieprüfung sind bis auf weiteres erstmal nicht realisierbar. Aber auch hier können wir Manni zitieren, “wir werden eine Lösung finden”. Manni, Dir und allen Referenten ein dickes Danke, dass ihr gemeinsam mit uns diesen Testballon gestartet habt. Und wir freuen uns auf weitere, vielleicht neue, gemeinsame Wege in der Tauchausbildung.

Red.: Klaus Nüßlein, Bernd Brugger, Katharina Kohl

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